Kunstsammlung
Seepferdchen, Mandelbaum und Epilepsie
Der ‚Hippocampus' des menschlichen Gehirns liegt (paarig) in den beiden Schläfenlappen des Großhirns. Er ist u.a. für Gedächtnisleistungen wichtig. Vor allem im Erwachsenenalter ist er nicht selten Ausgangspunkt für epileptische (fokale) Anfälle. Wenn dann anfallhemmende Medikamente nicht ausreichend helfen, ist es mitunter ratsam, den Hippocampus operativ zu entfernen (‚Hippocampectomie').
In seiner Form erinnert diese Hirnstruktur an ein Seepferdchen. Der biologische Fachausdruck für diesen zu den Fischen zählenden Meerbewohner lautet ‚Hippocampus' (aus dem Griechischen: ‚hippos' = Pferd, kampulos = gekrümmt). Die bekannteste, auf Abbildungen am häufigsten dargestellte und auch in diesem Kunstwerk (s. u.) wiedergegebene Seepferdchen-Art ist das ‚langschnäuzige' oder ‚gefleckte Seepferdchen' (‚Hippocampus guttulatus').
Auch der ‚Mandelkern' stellt eine umschriebene Hirnstruktur dar. Er besteht aus einer Vielzahl von Nervenzellen, liegt in enger Nachbarschaft zum Hippocampus (gehört also ebenfalls zum Schläfenlappen-Bereich) und erinnert in seiner Form tatsächlich an die Frucht des Mandelbaums. Der medizinische Fachausdruck für Mandelkern lautet ‚Amygdalum'(aus dem Griechischen: ‚amygdalä = Mandelbaum, ‚amygdalon' = Mandel).
Über die Funktion des Mandelkerns, der in Verbindung zur Riechbahn und zu vegetativen Zentren des Gehirns steht, ist noch wenig bekannt. Wie der Hippocampus ist er nicht selten Ausgangspunkt epileptischer (fokaler) Anfälle. Bei bestimmten Schläfenlappenepilepsien, die auf anfallhemmende Medikamente nicht ansprechen, kann es empfehlenswert sein, den Mandelkern zusammen mit dem Hippocampus operativ zu entfernen (‚Amygdalo-Hippocampectomie').
Der
Kupferstich „Seahorse and Almond" („Seepferdchen und Mandelbaum") der
amerikanischen Wissenschaftlerin und Künstlerin Janet Yagoda Shagam
(aus dem Jahre 2003) vereinigt zwei scheinbar so gegensätzliche Motive
wie Seepferdchen und Mandelbaum (mit Mandelfrucht und Mandelblüten [in
den
vier Bildecken] in künstlerisch eindrücklicher, sehr
ansprechender Weise und bringt dabei die beiden Themen ‚darstellende
Kunst' und ‚Epilepsie' in einen engen, zeitgemäßen und sehr aktuellen
Zusammenhang.













