Kunstsammlung
Epilepsiepatronate (III)
Mainfränkisches Museum Würzburg, unbek. schwäbischer Meister, 16. Jh. (Bes. bemerkenswert: tonische Streckung der Arme, angedeutete Lippencyanose, auffallende schwarz-gelbe Färbung der Bekleidung)
Pflock-Altar, Annaberg (Erzgebirge), unbek. Meister, um 1520.
(Bes. bemerkenswert: tonische Verkrampfung der linken Hand,
Schielstellung der Augen, Lippencyanose, Speichelabsonderung
[Hypersalivation], rote Bekleidung)
Darstellungen anfallranker Personen im Zusammenhang mit dem ‚Fallsucht-Patronat’ des Hl. Valentin zeigen nicht selten interessante Details, die beispielsweise auf den medizinischen Wissenstand der jeweiligen Epoche (Anfallsymptomatik!) oder auch auf die soziale Situation des Epilepsiekranken in seiner Zeit hinweisen (z. B. Bekleidung – siehe hierzu die Texte der vorausgegangenen Folgen ‚Epilepsiepatronate I und II’).
In dieser Folge sind Ausschnitte aus fünf Kunstwerken verschiedener Jahrhunderte als Beispiele für solche medizinische oder soziale Hinweise wiedergegeben. Alle Detailansichten stammen von Darstellungen, die die Anfallskranken zusammen mit dem Heiligen Valentin (meist zu seinen Füßen) zeigen (4 Gemälde, 1 Steinplastik).
Unbek. Meister, 18. Jh., Röhrnbach, Bayern. (Bes. bemerkenswert: Schlaffheit des gesamten Körpers [atonischer Anfall], Verdrehung der Augen nach oben, fehlende Kleidung)
Johann Philipp Ruckerpauer, 1. Hälfte des 18. Jh.'s, Ausschnitt
aus dem Hochaltarbild der Valentinskirche in Braunau-Haselbach (A). (Bes. bemerkenswert: eingeschlagener Daumen der linken Hand, Wendung von linkem Arm, Kopf und Augen nach links ['Fechterstellung', tonischer 'Versiv-Anfall'])
Doms. (Bes. bemerkenswert: ausgebreitete Arme, tonisch gestreckte Beine ['generalisierter tonischer Anfall'], geöffnete Augen.)












