Ursachen epileptische Anfäller und Epilepsien?

Ursachen



Der Ausdruck „epileptische Anfälle" ist eine Sammelbezeichnung, hinter der sehr unterschiedliche Krankheiten stecken können. Bei sehr vielen Menschen findet sich allerdings auch mit den heute zur Verfügung stehenden Methoden keine fassbare Ursache für die Anfälle. Nicht jeder epileptische Anfall ist auch gleichbedeutend mit einer Epilepsie.
So kann es bei jedem Menschen im Rahmen von akuten Erkrankungen des Gehirns (zum Beispiel bei einer Eiterung im Gehirn, einem sogenannten Hirnabszess) zu epileptischen Anfällen kommen. Auch bei schweren Kopfverletzungen, Situationen, in denen das Gehirn nicht genug Sauerstoff bekommt, oder bei der Einnahme einer Überdosis von Medikamenten kann es zu wiederholten epileptischen Anfällen kommen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine Epilepsie, sondern um Anfälle, die aufgrund der akuten Erkrankung bzw. der akuten Schädigung des Gehirns auftreten.
Von einer Epilepsie spricht man erst, wenn mindestens 2 epileptische Anfälle ohne erkennbare äußere Ursache - sozusagen spontan - aufgetreten sind. Die Ursachen für eine Epilepsie sind zahlreich. Zum Beispiel kann sich eine Epilepsie als Spätfolge einer Schädelverletzung  oder einer angeborenen Veränderung des Gehirns erst Jahre nach dem Ereignis entwickeln. Bei anderen Epilepsieformen findet man in den verschiedensten Untersuchungen gar keine auffälligen Veränderungen. Diese Epilepsieformen werden dann als idiopathisch bezeichnet, was bedeutet, dass keine erkennbare Ursache für die Epilepsie zu finden ist.

Vorurteile



Epilepsien gehören immer noch zu den Erkrankungen, denen in der Öffentlichkeit mit einer Vielzahl falscher Vorstellungen und Vorurteile begegnet wird, obwohl das Fachwissen gerade in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat.
Schon der berühmte griechische Arzt Hippokrates (460 – 375 vor Christus) hatte erkannt, dass Epilepsien auf einer Störung im Gehirn beruhen, aber es dauerte bis zum 19. Jahrhundert, bis sich diese Überzeugung auch im ärztlichen Handeln und – wenngleich sehr zögerlich – zunehmend auch im allgemeinen Bewusstsein niederschlug.