Wie verhalte ich mich mit meiner Epilepsieerkrankung am Arbeitsplatz?

 

Es ist jedem selbst überlassen, wem er von seiner Krankheit erzählt und wem nicht. Allerdings gibt es am Arbeitsplatz ein paar Dinge, die zu beachten sind. Nur einige wenige Berufe (Pilot, Dachdecker, etc.) sollten mit der Diagnose Epilepsie nicht mehr ausgeübt werden. Hier sollte zunächst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist und gegebenenfalls eine Beratung, z. B. durch die Sozialberatung einer Epilepsie-Klinik, eingeholt werden.

 

Allgemein gilt jedoch, dass Menschen mit Epilepsie genauso leistungsfähig sind wie Menschen ohne Epilepsie und auch nicht häufiger krankheitsbedingt ausfallen. Schwierigkeiten am Arbeitsplatz kommen daher häufiger durch psychologische Faktoren zustande: Sehr häufig hat der Arbeitgeber eine falsche Vorstellung von Epilepsie und befürchtet Unsicherheiten des Arbeitnehmers am Arbeitsplatz oder eine Ablehnung durch Kunden. Der betroffene Arbeitnehmer hat häufig Angst vor einer ungerechtfertigten Benachteiligung durch den Arbeitgeber und fühlt sich unsicher. In einem solchen Fall kann ein offenes Gespräch mit Arbeitgeber und Kollegen hilfreich sein. Hat man die Befürchtung, dass der Arbeitsplatz wegen der Erkrankung gefährdet ist, können Gespräche mit Selbsthilfegruppen, dem behandelnden Arzt oder dem Betriebsrat hilfreich sein.

 

Für die Sicherheit am Arbeitsplatz sind die Betriebe zuständig. Von daher muss mit dem Arbeitgeber gesprochen werden, wenn Krampfanfälle, Nebenwirkungen von Medikamenten oder andere Störungen im Zusammenhang mit der Epilepsie (z. B. ausgeprägte Gedächtnisstörungen), die Arbeitstätigkeit erheblich einschränken oder eine erhöhte Unfallgefahr mit Selbst- oder Fremdgefährdung besteht. Dabei sollte man sich daran orientieren, dass die Gefährdung am Arbeitsplatz nicht größer sein darf als in der häuslichen Umgebung. Auch hier können Sie sich durch Ihren Arzt beraten lassen.