Epilepsie und Schwangerschaft: Was muss ich beachten?

Wichtigster Ansprechpartner, wenn es um das Thema Schwangerschaft geht, ist Ihr behandelnder Arzt. Besprechen Sie eine geplante Schwangerschaft unbedingt gemeinsam; Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen auch sagen, was Sie beachten müssen, wenn Sie nicht schwanger werden wollen.

 

Generell gilt, dass Epilepsie-Patientinnen genauso fruchtbar sind wie alle Frauen. Nur einige wenige Anfallsformen und Medikamente können die Fruchtbarkeit beeinflussen.

 

Was muss ich beachten, wenn ich nicht schwanger werden möchte?

Einige Antiepileptika können die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel (Pille, Hormon-Ring, Hormon-Pflaster, etc.) beeinflussen und diese unwirksam machen. Besprechen Sie mit Ihrem Neurologen und Gynäkologen, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.

 

Welche Risiken bestehen für mich und mein Kind?

Viele Epilepsie-Patientinnen machen sich Sorgen, wie sich ihre Epilepsie und vor allem die damit verbundene Medikamenteneinnahme auf das ungeborene Kind auswirken und ob die Schwangerschaft die Epilepsie möglicherweise ungünstig beeinflusst. Den meisten Sorgen kann man mittels intensiver Beratung durch den Arzt begegnen.

 

Das Risiko, die Epilepsie an seine Kinder zu vererben, ist sehr gering und nur bei einigen wenigen Epilepsieformen erhöht. In Absprache mit Ihrem Arzt besteht die Möglichkeit, eine genetische Beratung durchzuführen, die weiter über das Vererbungsrisiko aufklärt.

 

Das Risiko für Fehlbildungen bei Kindern von Epilepsie-Patientinnen ist um das 2-3-fache erhöht. Dennoch kommen 90% aller Kinder gesund zur Welt. Einige Antiepileptika können das Risiko für Fehlbildungen erhöhen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob dies für Ihr Medikament zutrifft und diskutieren Sie das weitere Vorgehen. Möglicherweise verändert Ihr Arzt im Verlauf der Schwangerschaft die Dosierung Ihres Medikaments, oder rät zu einer häufigeren Einnahme kleinerer Dosen über den Tag verteilt. Unter Umständen ist es durch die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft oder einen veränderten Stoffwechsel notwendig, die Dosis Ihres Medikaments zu erhöhen. Auf keinen Fall sollten Sie, auch bei einer ungeplanten Schwangerschaft, die Medikamente eigenmächtig absetzen. Damit gefährden Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihr ungeborenes Kind. Besprechen Sie alle Bedenken immer mit Ihrem Arzt und finden Sie eine gemeinsame Lösung.

 

Gerade während der Schwangerschaft sollte Ihre Epilepsie so gut wie möglich kontrolliert werden. Stürze durch Epileptische Anfälle oder Sauerstoffmangel bergen eine Gefahr für das ungeborene Kind. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt und halten Sie sich unbedingt an die Vorgaben zur Medikamenteneinnahme.

 

Was ist beim Stillen zu beachten?

Manche Antiepileptika gehen in die Muttermilch über. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob das Stillen Ihres Kindes möglich ist.

 

 

In unserer Patientenbroschüre „Epilepsie und Kinderwunsch" finden Sie weitere Informationen zum Thema.